
| Waldhäuser, das ist für mich: die stille Zeit der Arbeit im Atelier, der weite Blick über die schönen Berge, der ein Gefühl von Ruhe und Freiheit vermittelt. Das ist das Geborgensein im Kreis der Familie und der Freunde - das sind die lauten Feste -. Das sind die weiten Wege durch den alten, stillen Wald mit den Gedanken bei der morgigen Arbeit - die Begegnung mit Menschen, die das sagen, was sie denken und die sich zu den Dingen, die sie sagen, eigene Gedanken gemacht haben. Das ist glitzernder Schnee ohne Spur und heulender Sturm, der die Bäume bricht. Geschütztes Land, dem Zugriff der Zivilisation entzogen, mit Tieren, die in diese Landschaft gehören und nicht fremd in ihr sind. - Das ist Ruhe, Arbeit, Geborgensein. |
| Zitat Heinz Theuerjahr Zwischen Waldhäuser und Afrika Morsak Verlag, Grafenau 1973 (vergriffen) |
| "Der Bayerische Wald war großartig damals, ganz anders als heute, arm, bettelarm, aber unsagbar schön, von einer Romantik, wie man sie sich absoluter nicht vorstellen kann." |
| (Heinz THEUERJAHR im Gespräch Zitat: Toni Pongratz, Portrait |
![]() Ohne Zweifel gibt es im Werk Theuerjahrs Beziehungen zu Franz Marc und Ewald Mataré, und doch entwickelte Heinz Theuerjahr eine ganz eigene, ganz spezifische bildnerische Sprache, die ihn zu Aussagen führte, die so eben nur von ihm und nicht von seinen berühmteren Kollegen stammen konnten. Formen und Farben Franz Marcs führen in eine Welt der Entrückung und des Traumes, in der uns die Gestalt des Tieres als Symbol der kreatürlichen Harmonie begegnet. Ewald Matarés Formen sind vollendet in ihrer Geschlossenheit und Klarheit. Heinz Theuerjahr kommt in seinen besten Werken zu einer Aussage über Existenz und Tod, über das Wesen und, wenn man will, über "die Seele des sich seiner selbst nicht bewußten" Tieres, wie es Reiner Kunze formulierte, und er findet zu einer Aussage, die unverwechselbar "Afrika" ausdrückt: Wer jemals das Glück hatte in der brechenden Sonne Afrikas die Farben eines vom Buschfeuer verbrannten Bergrückens zu sehen, der wird verstehen, warum die in diesen Farben ruhende Elenantilope als konturierte weiße Fläche von der Kraft und Vergänglichkeit des Lebens zeugt. |
| Zitat: Helmuth Proschek Ich denke an Heinz THEUERJAHR, Skizzenaus der Erinnerung Edition Toni Pongratz Hauzenberg |
| "An diesem Affen ist alles Affe. An ihm ist alles Bewegung eines Affen, und alles an ihm erzählt vom Wesen des Affen¾ vom Wesen der Kreatur, die sich erhebt an die Grenze des Sich-seiner-selbst-Bewußtwerdens, aber auf Ewigkeit dazu verdammt ist ¾ und dieses "auf ewig" kommt in der Skulptur zum Ausdruck¾ , unterhalb dieser Grenze zu vegetieren, oder der die Gnade zuteil geworden ist, sich ihrer selbst nicht bewußt werden zu müssen." Die >Engländer sagen bekanntlich: Count your blessings - Zählt eure Segen! Weniger wörtlich übersetzt: Bedenkt wie gut es euch geht!. Zählen wir es zu "unseren Segen", daß wir in einer Zeit leben, in der es so große Bildhauer gibt wie Hans Wimmer, Fritz Koenig oder aber eben Heinz Theuerjahr, und daß sie unsere Landsleute sind, ja, unsere Nachbarn sind?... |
| Zitate: Reiner Kunze Heinz Theuerjahr, Laudatio zum 75. Geburtstag Neuschönau 1988 |
| In seinen Holzschnitten weist Heinz Theuerjahr dem spröden Material gestaltende Funktion zu. Dies konnte nur gelingen, weil der Gestaltungswille des Künstlers und sein handwerkliches Vermögen mit gleicher Kraft zusammenfanden. Die Holzschnitte stellen einen singulären Höhepunkt im Werk Heinz Theuerjahrs dar. Antilope Löwen in der Nacht Pavian Rappenantilopen Löwinnen Oryx Nashorn Theuerjahr legt in seinen Holzschnitten Wert darauf, daß im Druck etwas vom Material selbst, also vom verwendeten Holzstock, zu erahnen ist. Vorbild ist ihm dabei der Holzschnittkünstler HAP Grieshaber |
| Kontaktadresse: Hans-Georg Theuerjahr Augustinerstr. 9 94227 Zwiesel Telefon 09922 - 500699 Fax 09922-5029890 e-mail: theuerjahr@t-online.de |